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Georg Bigalke

Georg Bigalke

techno 
Analog Tagebuch schreiben macht wohl kaum noch jemand. Wenn überhaupt, passiert das hauptsächlich in Blogs, Foren, Twitter, etc.pp. Eine kleine Spezies gibt es allerdings, die einen weiteren, indirekten Weg findet, um Erinnerungen und Erlebnisse festzuhalten und anschließend zu veröffentlichen. Sequenzen aus gewöhnlichen oder besonderen Momenten werden in ihren Köpfen abgespeichert und ergeben in ihrer Gesamtheit ein aus Millionen Pixeln bestehendes Bild. Und wenn Herr Bigalke dann im Syntax-Recordshop steht und auf diese oder jene Platte trifft, ergibt sich plötzlich eine Entsprechung zu diesen Pixeln. Diese Platten wandern zunächst in die Einkaufstüte, dann ins Plattenregal, um kurz danach wieder in die Plattentasche gelangen und zusammen mit den anderen Sequenzen neue Bilder zu erstellen. Über den Abend hinweg entsteht so eine Abfolge, die sich Blatt für Blatt zu einem ganzen Skizzenbuch vervollständigt. Wenn wir es wieder zuschlagen, stehen wir, als ob jemand das Licht angeknipst hat, auf einmal an einem anderen Ort. Ein nackter Keller kann zur finster-feuchten Höhle geworden sein und ein schnieker Dancefloor zum Stadtstrand. Dass seine Sets sich einer Stildefinition entziehen, muss sicher nicht weiter begründet werden. Techno als Zeichenkasten – und das Farbsortiment ist verdammt groß. Da es ihm nicht reicht, nur bei den eigenen Auftritten diese Attitüde weiterzugeben, sucht er nach Möglichkeiten, anderen innovativen Künstlern und dem Publikum diese gemeinsamen Erlebnisse zu ermöglichen: verschiedene Veranstaltungen, wie die Syntax-Reihe in der Distillery, koordiniert er über seine Arbeit in der Booking-Agentur esoulate. So werden Abend für Abend aus der uns umgebenden Bilderflut nur diejenigen herausgfiltert, die bleiben. Weil wir sie mitgezeichnet haben.

esoulate music, Distillery, Syntax

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